Genuss kann Selbstfürsorge sein.
Und gleichzeitig ein süßer Ort, an dem Verantwortung langsam verblasst.„Italo Dogo“ verkörpert den Narren oder wie ihn liebevoll nenne, den Hedonisten: den kultivierten Genießer, der sich dem Schönen hingibt.Wein, Oliven, ein Buch, warmes Licht. Und dieser eine Moment, in dem man weiß, dass man längst gehen sollte und trotzdem bleibt.

Diana Amendt
April 2025, Stuttgart
Acryl auf Leinwand
100 x 70 cmAls Kunstdruck erhältlich in A6, A3 und A2.
Und auch der Genießer hat seine Schattenseite."Italo Dogo" sitzt an einem kleinen Tisch in Italien. Ein Glas Wein, eine Schale Oliven, ein aufgeschlagenes Buch – alles wirkt wie der Inbegriff von Genuss und Muße. Und doch hängt ein Schatten über diesem Moment: die Zeit vergeht, während er vollkommen im Augenblick versinkt.Er könnte seine Verantwortung wieder aufnehmen, aber er tut es nicht. Stattdessen bleibt er im Jetzt, im sinnlichen Genuss, in der Hingabe an das Schöne, das Materielle und das Atmosphärische.Diese Szene beschreibt für mich die Ambivalenz des Archetypen des Narren – oder, wie ich ihn nenne, des Hedonisten, des kultivierten Genießers.Seine Sonnenseite zeigt Lebensfreude, Spontanität, Humor, Genuss, Hingabe. Er lehrt uns, dass Genuss nicht nur ein Akt des Konsums, sondern auch der Selbstfürsorge ist: ein bewusstes Innehalten, ein Moment der Stille, ein Eintauchen in Farbe, Licht und Geschmack.Doch die Schattenseite lauert: das Vergessen der Pflicht, das Hängenbleiben im Augenblick, das leichte Verlieren der Bodenhaftung. Der Genuss kann süchtig machen, nicht im materiellen Sinn, sondern im Erlebnis selbst. Morgen wird er früh aufstehen müssen, doch heute liest er noch weiter, trinkt noch einen Schluck und genießt die Nacht.Genau zwischen diesen Polen steht Italo Dogo:
Erlaubt er sich das volle Eintauchen in den Moment? Oder erinnert er sich rechtzeitig an die Welt, die auf ihn wartet?Als Teil der Serie Animae Lucidae (Leuchtende Seelen) verkörpert dieses Werk den Archetypen des Hedonisten in seiner reinsten Form: hingebungsvoll, lebensfroh, doch stets auf der schmalen Linie zwischen Genuss und Verantwortung.

Schau dir die Zitronen an – sind sie nicht viel zu groß geraten?
Und den Käse – fast winzig im Vergleich?Und dann der Dackel, auf seinem viel zu kleinen Stuhl?Auf den ersten Blick wirkt alles vertraut, doch auf den zweiten merkt man:
Die Proportionen stimmen nicht.Ein Versehen?Oder eine Anspielung auf den Dadaismus – eine Bewegung, die Zerstörung als Schöpfung versteht. Absurd, unpassend, übertrieben – und gerade darin voller Bedeutung.
Ich bin Diana Amendt, geboren in Sibirien und künstlerisch verwurzelt in Stuttgart.Meine künstlerische Praxis entwickelte sich durch eine frühe private Förderung sowie einen weitgehend autodidaktischen Weg außerhalb traditioneller akademischer Institutionen.Nachdem ich Kunst über viele Jahre als einen intimen Raum persönlicher Erforschung betrachtet hatte, reduzierte ich 2018 meinen Hauptberuf als Marketingstrategin auf Teilzeit, um mich seither intensiv meiner künstlerischen Arbeit zu widmen. Seitdem teile ich meine Werke in Galerien und auf Kunstveranstaltungen im öffentlichen Raum.In meiner Kunst erschaffe ich bewusste und unbewusste Räume – irgendwo zwischen popsurrealer Malerei, Acryl Pouring, Lichtskulpturen und Videoanimation.Die aktuelle Serie Animae Lucidae (Leuchtende Seelen) entstand intuitiv während einer langjährigen jungianischen Psychoanalyse. Was zunächst als sehr persönlicher und unbewusster Versuch begann, inneren Zuständen eine Form zu geben, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer klar strukturierten Werkserie.In dieser Serie interpretiere ich die zwölf klassischen Archetypen nach C. G. Jung durch meine eigene tierbasierte Bildsprache neu.
Tiere dienen dabei als instinktive archetypische Figuren, frei von moralischer Bewertung. In subtil menschliche Situationen gesetzt, schaffen sie Distanz und öffnen zugleich einen Raum für Humor und Absurdität. Dadurch können sich Betrachter:innen auch komplexen psychologischen Themen nähern, ohne direkt in innere Abwehr oder Widerstand zu geraten.Meine Gemälde entstehen in einer Mischtechnik aus figurativer Malerei und Acrylic Pouring. Diese Kombination betont bewusst den Kontrast zwischen Stabilität und Fluidität. Ich arbeite zudem mit wiederkehrenden Details, etwa verschütteten Getränken oder Elementen, die sich über mehrere Werke hinweg fortsetzen und gegenseitig aufeinander verweisen. Diese visuellen Verbindungen spiegeln die Vielschichtigkeit und das Zusammenspiel unterschiedlicher archetypischer Anteile in uns wider.
